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21. Februar 2017

Regulatory Technology - RegTech - Chancen für Banken, Finanzdienstleister & FinTechs

Kaum eine Branche ist so hoch reguliert wie die Finanzindustrie. Die Regulierung stellt dabei sowohl alteingesessene Marktteilnehmer wie Banken und Finanzdienstleister als auch neu hinzutretende Marktteilnehmer wie FinTech-Startups vor wachsende Herausforderungen. Für Banken und Finanzdienstleister gilt dies vor allem im Hinblick auf die kurzen zeitlichen Intervalle, in denen Regulierungswellen auf sie zurollen. Neben dem administrativen und organisatorischen Aufwand wird eine effiziente Umsetzung regulatorischer Anforderungen immer mehr zu einem Kostenfaktor. Für junge FinTech-Startups hingegen sind vor allem die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Erteilung behördlicher Genehmigungen und die Sicherstellung von Compliance mit den oftmals nur geringen Ressourcen eine kaum überbrückbare Hürde.

Vor dem Hintergrund der steigenden regulatorischen Anforderungen haben Regulatory Technologies (RegTech) für die Finanzindustrie eine immer größere Bedeutung. RegTech zielt auf eine effiziente und effektive Überwachung, Umsetzung sowie Einhaltung von regulatorischen Vorgaben durch die Nutzung innovativer (IT-) Technologien ab (z.B. Big Data, artificial intelligence, cloud-based services). Daneben umfasst der Begriff RegTech auch automatisierte Lösungen in den Bereichen Datenanalyse, (aufsichtsrechtliches) Meldewesen/Reporting, Geldwäsche- und Betrugsprävention sowie Risikomanagement.

RegTech kann durch standardisierte, automatisierte und skalierbare Lösungen einen Beitrag zur Sicherstellung der Compliance leisten. Insoweit bieten RegTech-Lösungen die Möglichkeit, FinTech-Startups den Marktzugang zu erleichtern und somit den Wettbewerb im Finanzsektor zu fördern. Daneben dient RegTech häufig der Senkung der mit der Regulatorik verbundenen Kosten. Insbesondere FinTech-Startups können somit Kostenvorteile an ihre Kunden weiterzugeben. Hierin liegt ein weit verbreiteter Ansatz bei FinTech-Geschäftsmodellen.

Markt für RegTech in Deutschland

Während Experten von einer ersten Konsolidierung des FinTech-Marktes ausgehen, erwartet man im Jahr 2017 eine steigende Bedeutung für den RegTech-Bereich. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die demnächst anstehende Regulierungswelle in Form der PSD2, AMLD4 und 5 sowie MiFID II.

Der Markt für RegTech in Deutschland wird dabei nicht nur durch innovative Startups sondern auch durch beratungsnahe Unternehmen geprägt. Anbieter von RegTech-Lösungen sind beispielsweise zeb.rolfes.schierenbeck.associates GmbH, eine Unternehmensberatung im Bereich Financial Services, sowie die Management- und Technologieberatung BearingPoint. RegTech-Startups sind in Deutschland vor allem in den Bereichen Betrugs- und Geldwäscheprävention aufgefallen. Zu nennen sind hier insbesondere das zur Otto Group gehörende Startup Risk Ident sowie das Identifikations-Startup Authada, welches kürzlich eine Investition von der FinLab AG in Millionenhöhe erhalten hat.

RegTech unter der rechtlichen Lupe

Die Anwendungsbereiche von RegTech sind sehr vielfältig, so dass unterschiedliche Rechtsgebiete berührt sein können. Im Zusammenhang mit RegTech-Lösungen für Banken, Finanzdienstleister und FinTechs sind häufig folgende Rechtsgebiete relevant:

  • (Banken-) Aufsichtsrecht
  • Geldwäscherecht
  • Datenschutzrecht
  • IT-/Softwarerecht

(Banken-) Aufsichtsrecht

Viele RegTech-Lösungen haben die Überwachung, Umsetzung oder Einhaltung regulatorischer Rahmenbedingungen zum Gegenstand. Für Banken, Finanzdienstleister und FinTechs sind hier insbsondere die Vorgaben des (Banken-) Aufsichtsrechts relevant.

Folgende regulatorische Vorgaben können berührt sein:

Geldwäscherecht / Meldewesen

Auch im Bereich der Geldwäscheprävention sowie des Meldewesens kommen RegTech-Lösungen zur Anwendung. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf IT-gestützte Verfahren zur Kundenidentifizierung/-authentifizierung (sog. Know-your-customer-/KYC-Prinzip) sowie zur laufenden Überwachung von Geschäftsbeziehungen. Hierfür gelten primär die Vorgaben des Geldwäschegesetzes (GwG) sowie – für regulierte Institute – das Kreditwesengesetz (KWG). Daneben können für RegTech-Startups aber auch europäische Richtlinien einschlägig sein, die erst zukünftig in das nationale Recht transformiert werden. Hier sind insbesondere die 4./5. Geldwäscherichtlinie sowie die Geldtransfer-Verordnung zu nennen.

Neben dem aufsichtsrechtlichen Meldewesen können RegTech-Lösungen im steuerlichen Meldewesen zum Einsatz kommen, insbesondere im Zusammenhang mit dem automatisierten Austausch von Steuerdaten.

In diesem Bereich sind neben den nationalen Steuergesetzen auch die sogenannten Common Reporting Standards (CRS) und das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) relevant.

Datenschutzrecht sowie IT-Softwarerecht

Geschäftsmodelle im Bereich RegTech sind ebenso wie die Anwendungsgebiete sehr vielfältig. In der Regel handelt es sich bei RegTech-Lösungen jedoch um IT-gestützte Geschäftsmodelle (z.B. SaaS, Cloud-basierte Services). Insoweit sind bei der Ausgestaltung des Geschäftsmodells insbesondere software- und datenschutzrechtliche Vorgaben zu beachten. In Abhängigkeit des Geschäftsmodells können daneben rechtliche Vorgaben zur IT-/ Informationssicherheit zu beachten sein (z.B. IT-Sicherheitsgesetz).

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