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26. April 2016

Crowdinvesting – Teil XIX: Fazit und Ausblick

Von Björn Brücher im Bereich Unternehmensfinanzierung

Nutzen und Vorteile einer Unternehmensfinanzierung durch Crowdinvesting

Mit dem Crowdinvesting steht Unternehmen eine neue Form der Finanzierung zur Verfügung, die eine Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsquellen darstellt. Das Crowdinvesting kann dabei bestehende Finanzierungslücken schließen oder überbrücken. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, denen eine Finanzierung durch Banken oder Venture Capital – Gesellschaften (noch) nicht offensteht. Aufgrund der mit einer Crowdinvesting-Kampagne einhergehenden Marketingeffekte sowie der Einsatzmöglichkeiten bei der Produktentwicklung und -validierung lässt sich Crowdinvesting zudem gut in eine Lean Startup-Strategie integrieren.

Was ist zu beachten?

Unternehmen, die eine Crowdinvesting-Finanzierung anstreben, sollten im Rahmen der Auswahl der passenden Plattform und des Crowdinvesting-Modells neben den derzeitigen und zukünftigen finanziellen sowie wirtschaftlichen Belangen vor allem die mit dem jeweiligen Crowdinvesting-Modell zusammenhängenden Vor- und Nachteile sorgfältig ermitteln und berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sollten die Unternehmen sich genau über die zur Verfügung stehenden Crowdinvesting-Modelle und den Leistungsumfang der jeweiligen Plattform sowie über die mit dem Crowdinvesting einhergehenden Pflichten informieren. Insbesondere sollten Unternehmen den jeweiligen Beteiligungsvertrag und die sonstigen rechtlichen Dokumente (z.B. Nutzungsbedingungen der jeweiligen Plattform) sowie die hierin geregelten Rechte der Anleger prüfen, um rechtliche und wirtschaftliche Risiken im Vorfeld des Crowdinvesting abschätzen und durch geeignete Maßnahmen minimieren zu können.

Daneben ist im Hinblick auf eine etwaige Haftung unerlässlich, dass sämtliche gesetzliche und vertragliche Pflichten, insbesondere Informationspflichten, beachtet und erfüllt werden. Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Unternehmen im Verhältnis zu den Anlegern für die Erfüllung von vertraglichen sowie verbraucher- und fernabsatzrechtlichen Informationspflichten verantwortlich bleiben. Dies gilt selbst dann, wenn die Plattformen den Unternehmen Vorlagen für Dokumente bereitstellen, die Erfüllung bestimmter Pflichten als Dienstleistung anbieten und die Ausgestaltung des Investitionsprozesses auf der Plattform alleine bestimmen.

Mit Blick auf das Vorstehende sollten Unternehmen den mit der Vorbereitung und Durchführung einer Crowdinvesting-Kampagne sowie mit der laufenden Betreuung und Abwicklung der Investments einhergehenden administrativen, personellen sowie finanziellen Aufwand nicht unterschätzen. Etwaigen Auswirkungen auf das operative Tagesgeschäft sollte durch eine sorgfältige Planung Rechnung getragen werden. Dies gilt vor allem hinsichtlich der Kommunikation mit Investoren (Investor Relations) sowie der sonstigen Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations), welche nicht nur während einer laufenden Crowdinvesting-Kampagne, sondern auch nach deren Abschluss einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unternehmen es in der Hand haben, durch eine sorgfältige Prüfung und Planung die Potentiale einer Crowdinvesting-Finanzierung bestmöglich zu nutzen und dabei bestehende Risiken einer Crowdinvesting-Finanzierung weitestgehend auszuschließen bzw. zu minimieren.

 

Artikelreihe ‘Crowdinvesting’: